Mit folgendem Text hat sich der Bundestagsabgeordnete Norbert Schindler heute an den Bundesminister des Inneren, Herrn Dr. Hans-Peter Friedrich MdB und an Herrn Dr. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes gewandt:

„Mit Erschrecken habe ich zur Kenntnis genommen, dass das IOC die Traditionssportart Ringen für das Jahr 2020 aus den olympischen Disziplinen gestrichen hat.

Sicher ist es notwendig, den Katalog der Sportarten von Zeit zu Zeit zu überarbeiten. Ich denke aber, dass es dabei Sportarten gibt, die einer „Ewigkeitsklausel" unterliegen, dazu gehören z.B. der Marathonlauf, die Sprints, das Diskuswerfen aber natürlich auch das Ringen.

So schreibt die FAZ am 15.2.2013: "Ringen ist mehr als ein Sport. Es ist der älteste Kampfsport, es ist die gelebte olympische Idee, es steht für die Essenz der Körperkultur. Ringen wird seit Jahrtausenden in der Literatur beschrieben - von den Schriften des Gilgamesch über die Epen von Homer bis zu den Romanen von John Irving. Einige Grundtechniken des Freistilringens sieht man auf ägyptischen Zeichnungen aus der Zeit 2500 vor Christus. Ringen war im antiken Olympia die Entscheidungsdisziplin des klassischen Fünfkampfs. Ringen brachte den ersten olympischen Sporthelden hervor, den als unbesiegbar geltenden Griechen Milos von Kroton, der im sechsten Jahrhundert vor Christus mindestens sechsmal Olympiasieger wurde. Wer an Olympische Spiele denkt, der denkt auch heute noch ans Ringen."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

In meinem Wahlkreis befindet sich in Schifferstadt ein Olympiastützpunkt Ringen; die neue Halle wurde erst vor wenigen Wochen eingeweiht. Dort trainieren hoch motivierte junge Menschen – auch mit dem Ziel, einmal an Olympischen Spielen teilzunehmen. Darunter befinden sich auch viele Jugendliche mit Migrations-hintergrund, der Sport leistet somit einen wertvollen beitrag zur Integration.

Es kann nicht sein, dass diesen Athleten aus rein kommerziellen Erwägungen heraus diese Möglichkeit verwehrt wird.

Ich bitte sie deshalb herzlich, sich intensiv für den Verbleib des Ringens bei Olympia einzusetzen. Es wäre ein schmerzlicher Verlust wenn ausgerechnet die Disziplin mit der längsten Geschichte einer Streichung zum Opfer fiele."